Mi primer día
13 Stunden Flug und 9 Stunden Omnibus
07.07.2008 - 08.07.2008
20 °C
View
Auf und davon nach Argentinien
auf lilatina's Reise-Karte.
So, eben noch im sommerlichen Deutschland und jetzt schon im genauso heißen winterlichen Córdoba. Vor einem Jahr hat es hier angeblich noch geschneit, doch jetzt ist es hier erstaunlich warm für Winter. Was ich hier vom Balkonpanorama erahnen kann, sind es mindestens 20 Grad! Wofür habe ich jetzt mein ganzes Winterzeug mitgeschleppt und diese enorme Übergepäcksumme bezahlt? ;-)
Die Reise verlief exakt wie geplant, nur noch etwas schneller:-) Zwar saß ich mit der Lufthansa alles andere als in der ersten Reihe, dafür verging die Zeit wie im Flug. Die Reise und mein Sitznachbar im Flugzeug wiesen so viele Ähnlichkeiten mit Tommy Jauds Roman Resturlaub auf, dass ich glaubte, ich wär im Film. Und dabei waren die Leute von VOX ja gar nicht dabei. Wie Pitschi sah ich beim Landeanflug gegen 18:30 Buenos Aires von oben wie ein orange farbenes Netz. Echt gigantisch! Aber dass es schon so früh dunkel wird?
Martin und ich haben uns dann erstmal am falschen Einreiseschalter angestellt und wollten so tun, als wären wir schon Argentinos. Dann wies mich aber eine echte Argentina darauf hin und zusammen mit der uruguayanischen Basketballnationalmannschaft, die den erworbenen Pokal extra nicht eingepackt hatte, stellten wir uns dann in die richtige Schlange. Nach wenigen Minuten hatte ich den Stempel im Pass. Bevor wir zum Kofferband gelangten, mussten wir zunächst aber noch einen großen Dutyfree-Shoppingbereich durchqueren. Wie alles waren auch die Koffer ruckzuck da. Martin wollte zum Glück auch zum Retiro Busbahnhof und dann von da aus sein Hostel suchen. Wir bestellten uns ein Flughafentaxi für 20 Euro und waren nach 40 Minuten da. Auf dem Weg passierten wir auch die angeblich größte Straße der Welt, die Avenida 9 de Julio mit dem Obelisken.
Am Retiro kaufte ich ein Ticket für den teuersten Bus (< 30 Euro) nach Córdoba, der nach 1,5 Stunden abfahren sollte. Also kaufte ich mir erstmal ein frisches Andenwasser und checkte das bano público. Um 22:05 Ortszeit ging die Fahrt pünktlich los. Diesmal saß ich ganz vorne im oberen Deck, also mit bestem Blick auf der Fahrt durchs dunkle Buenos Aires. Als ich gerade meinen Sitz zurückklappen wollte zum schlafen, kam der Azafata (Steward) und brachte erstmal noch Abendessen. Eigentlich hatte ich gar keinen richtigen Hunger, wir hatten ja vor dem Landeanflug auch noch lecker Essen bekommen. Und für meinen Körper war es nun ja auch schon 3 Uhr nachts. Aber wann kann die Lisa schonmal ein Essen zurückweisen? Das Stück Fleich mit Kartoffelbrei und Möhrensalat hatten keine Chance. Das Postre passte nun aber wirklich nicht mehr rein und wurde vorausschauend fürs Frühstück aufbewahrt. Danach wurde mehr schlecht als recht geschlafen in den eigentlich bequemen Leder-Liegen, neben schnarchenden Argentiniern.
Um kurz nach sechs gab es Frühstück, also so süßes Zeug und Kaffee, bevor wir planmäßig um 6:30 den Terminal de Omnibuses de Córdoba erreichten. Dort stieg ich dann direkt wieder ins Taxi zu meiner neuen Adresse. Die Fahrt sollte nur 8 Pesos kosten und der Fahrer zierte sich etwas meine Dollars anzunehmen. Mit 5 Dollar gab er sich dann aber doch einverstanden:-)
Und jetzt die Szene, die dann allerdings doch ein bisschen vom Resturlaub abweicht, aber eben nur ein bisschen : Ich steh also um 7 Uhr morgens im immer noch verschlafenen und stockdunklen Córdoba auf der Avenida Colon, no 845 und suche depto 16 D. Das Haupttor ist zum Glück offen und dahinter gibt es 2 riesige Torres. Beim Turm C/D steht zum Glück auch die Tür offen (da kommt man nämlich sonst nur mit Schlüssel rein). Es gibt einen kleinen Vorraum mit Pflanzen und 2 Sesseln und 2 Fahrstühle, von denen ich dann einen nach oben nehme. In dem Miniflur, wo ich ankomme gibt es nur zwei Türen: 16C und 16D. Ich klingel, aber anstatt der netten Bambergerin Keks (im Buch) macht mir niemand auf. Ich versuchs noch ein paar mal, aber dann fahre ich erstmal wieder runter, lasse den schweren Koffer aber oben. Versuche es auch unten an der Klingel nochmal: nichts. Die schlafen wohl noch alle. Ich weiß, dass Catherina um 9 bei COINED sein muss, deshalb hoffe ich mal, dass sie um 7:30 aufsteht. Ich setze mich erstmal in den kleinen Vorraum und schau den Putzmännern zu, die alles ganz ordentlich sauber machen und sogar das Klingelschild polieren. Eine halbe Stunde später wird mir tatsächlich geöffnet, Catherina ist ganz verschlafen, aber ihr Wecker hat auch gerade erst geklingelt. Und: Ursprünglich kommt sie aus Bamberg. Kann das jetzt noch ein Zufall sein? Bevor ich ins Bett husche, erlebe ich noch meinen ersten Sonnenaufgang in Argentinien, den man von unserem Wohnzimmer wunderbar sehen kann...

Eingestellt von lilatina 12.07.2008 6:25 PM Archiviert in Argentinien







