La Vela Puerca, La Cumbrecita y La Villa General Belgrano
Deutsches Wochenende in Argentinien
12.09.2008 - 14.09.2008
18 °C
Seit mehreren Wochen bin ich nicht dazu gekommen, zu schreiben (liest meine Artikel überhaupt auch irgendwer?), doch das bedeutet nicht, dass ich nichts erlebt hätte... Vor zwei Wochen war ich beispielsweise endlich mal in la capital federal. Der Artikel zu Buenos Aires folgt hier irgendwann ganz bestimmt...
Jetzt aber erstmal zum letzten Wochenende, für das ich mir eigentlich nichts vorgenommen hatte. Aber es kommt ja 1. immer anders und 2. als man denkt ;-)
Am Donnerstag Abend beim Sport fragte mich Verena, eine neue deutsche Praktikantin bei COINED, ob ich nicht Lust hätte, am Freitag mit ihr und einigen Freunden, zum Vela Puerca Konzert zu gehen. Da überlegt man dann ja nicht lang, wenn Die schon mal in Córdoba auftreten und die entradas auch nur 35 Pesos kosten. Mit dabei waren auch Manu und Vico dabei, zwei Argentinier, die im letzten Jahr in Deutschland zur Schule gegangen sind. Das beste war, dass Manu in Oberhausen gewohnt hat und sich richtig schön die Sprache des Potts angeeignet hat, weisse! Endlich ma einer, der vom Ruhrgebiet begeistert ist! Aber sowat von! Zwei Stunden nach eigentlichem Beginn betraten La Vela dann die Bühne und ab gings. Man musste einfach im Rhythmus mithüpfen, sonst hatte mein keine Chance. Nicht dass ich schon auf so vielen Konzerten war, aber bei solchen Veranstaltungen merkt man echt einen Unterschied zwischen Deutschland und Südamerika.
Sehr deutsch ging es dann am Samstag weiter. Ich hatte mich mit Christian aus Kölle, den ich in der Woche vorher bei Empanada-Enzo kennengelernt hatte, zu einem Trip in die Provinz verabredet: Zuerst gings nach La Cumbrecita, ein kleines Dorf in den Bergen, in dem sich viele Deutsche, Österreicher und Schweizer niedergelassen haben. Die Häuser und Namen der Restaurants und Hotels erinnerten mich sofort an Skiurlaub. Vor allem die Inneneinrichtung (Holzstühle mit Herz und weiß-rote Tischdecken), das Essen (Apfelstrudel und Schwarzwälder Kirschtorte) weckten Heimatgefühle.

Für die Nacht hatten wir uns im Hotel La Cumbrecita eingemietet, wo wir auch zu Abend aßen: Die etwas verschrobene Kellnerin servierte uns Porree-Schinken-Röllchen, Suppe, Gulasch mit Spätzle und ein Schokoladen-postre. Und zum Frühstück gab es sogar Käse, Schinken und dunkles Brot. Schön gestärkt wanderten wir dann am Sonntag vorbei an der Pension Elsbeth und dem "Forellenteich" hinauf zu einem kleinen Wasserfall. Im Vergleich zu den cataratas de Iguazú war dieser zwar ein Reinfall (jeje), aber dafür gab es hier mehr condoritos als in der quebrada (in der wenige Tage nach unserem sonnigen Ausflug übrigens Schnee gefallen war).

Am Sonntag Nachmittag ging es dann weiter nach Villa General Belgrano. Für die 36 Kilometer brauchte der Bus knapp 2 Stunden, da es auf der Strecke nicht wirklich eine Straße gibt und es immer wieder auf und ab geht. Villa General Belgrano, das Klein-Süddeutschland Argentinies, kam mir vor wie ein Freizeitpark. Überall Holzhäuser mit deutschen Namen, Touristenshops mit deutsch sprechenden Verkäufern und eine Bäckerei mit Kölner Spezialitäten. Bald findet dort auch die alljährliche fiesta de la cerveza (zu deutsch: Oktoberfest) statt.

Mal wieder kehrten wir in einem "typisch" deutschen Restaurant ein, wo ich eine Knackwurst mit Sauerkraut bestellte. Vor unserer Rückfahrt hatten wir noch etwas Zeit für einen kleinen Stadtbummel. Zum Glück machte ich noch die panadería Rein ausfindig, die mir von anderen Deutschen in Córdoba empfohlen worden war. Von dem Graubrot und dem Vollkornbrot zehre ich heute noch ;-)

Eingestellt von lilatina 19.09.2008 4:10 PM Archiviert in Tourist Sites | Argentinien







