Gegrillte Lymphknoten
Jesús María Kulturschock
13.07.2008
22 °C
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Auf und davon nach Argentinien
auf lilatina's Reise-Karte.
"Jesús María" ist nicht etwa ein Ausruf des Erstaunens, sondern ein kleiner Ort ca. 50 Kilometer nördlich von Córdoba. Dort saß ich nun mit Cathi und Mercedes am Busbahnhof von Jesús María und wartete auf Augustina, die uns zum Landgut ihrer Eltern für ein Asado eingeladen hatte und uns am Bahnhof abholen wollte. Obwohl ich das Buch "Kulturschock" noch nicht wirklich gelesen habe, hatte ich mich von Anfang an auf die Unpünktlichkeit der Argentinier eingestellt (die mir ja auch gar nicht so fremd ist ;-)) und war daher kaum überrascht, dass uns Augustina ein Stunde warten ließ. Als Entschädigung bekamen wir drei Wartenden dann nachher aber jede einen kleinen Beutel mit Süßigkeiten geschenkt, wie beim Kindergeburtstag.

Und dann gings erstmal zum Restaurante Parrilla Aromas, lecker typisch argentinisches Fleisch vom Grill (asado) essen. Der Kellner bringt nach und nach verschiedene Stücke vom Rind und nimmt auch immer schön die Reste und Knochen herunter, damit man auf dem Holzbrett genug Platz zum Essen hat. Nach Steak, Kotelett, Rippe und Wurst, das alles noch einigermaßen bekannt aussah und auch sehr lecker schmeckte, wurden einem dann irgendwann etwas unbekanntere gegrillte Stücke gereicht. Es handelte sich um chinchulines, riñón und ganglio, Worte, die mir zu dem Zeitpunkt nichts sagten und ich also keinen Grund hatte, die Stücke nicht zu probieren. Während mir die ersten beiden (Dünndarm und Niere) nicht wirklich zusagten, erschien ganglio irgendwie noch am angenehmsten. Zum Glück erfuhr ich erst nachher, dass ich gegrillte Lymphknoten gegessen hatte. Hoffentlich sind meine nicht deshalb jetzt so angeschwollen...
Nach dem Essen ging es dann zum Landhaus, einem früheren Jesuitenkloster mit riesigem Grundstück, Hunden und Pferden. Der einzige Mann der Truppe machte leider als Gaucho keine gute Figur. Er fiel trotz jahrelanger Reiterfahrung vom Pferd (tat sich aber glücklicherweise nichts Ernstes). Der Tag, der schon so typisch argentinisch begonnen hatte, klang schließlich mit Mate-Tee in geselliger Runde aus.

Eingestellt von lilatina 15.07.2008 5:07 PM Archiviert in Food | Argentinien







