Reise blog von Travellerspoint

Argentinien

Lluvia!!!

...mit nassen Füßen in den Frühling...

rain 11 °C

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Regen. Eine völlig neue Erfahrung für mich in Córdoba, denn gestern hat es das erste Mal geregnet, seit ich hier bin. Und angeblich gab es in der Region seit 6 Monaten nicht einen Tropfen Wasser. Gut, Winter bedeutet hier Trockenzeit, aber es war ja auch verdammt heiß teilweise (ganz im Gegensatz zum letzten Jahr, als es sogar Schnee gab).
Die paar cuadras von unserer Wohnung zur Arbeit lege ich normalerweise in 5 Minuten zurück, doch gestern war es ein echter Kampf. Während sich die Natur über die lang ersehnte Erfrischung freute, war das Abwassersystem mit den Wassermassen total überfordert. Die Straßen verwandelten sich in Bäche und als Fußgänger musste man auf den schmalen Bürgersteigen höllisch aufpassen, dass die Autos und Busse, die mit ihrer normalen Geschwindigkeit durch das Wasser bretterten, einen nicht völlig im Regen stehen ließen. Ich passte immer genau ab, wann die Autos rot hatten und zum Stehen kamen, um dann schnell zur nächsten Ecke vorzulaufen. Dort rettete ich mich auf die Stufen der Hauseingänge, denn wenn der Verkehr wieder floss, schwappte das Wasser komplett über die Bürgersteige. Ein Regenschirm tat es auch nicht wirklich, denn man wurde eher von unten als von oben eingenässt.
Im Büro war der Regentag natürlich DAS Gesprächsthema ("Hacía falta esta lluvia"). Ich musste ausgerechnet an diesem Tag mehrere Male zwischen Büro und Schule pendeln, die eigentlich um die Ecke liegt. Jedes Mal kam ich mit pitsch nassen Füßen an. Doch Augusto, mein Chef, duldete keine Klagen: "Esto también es parte de tu experiencia intercultural", me dijo con una sonrisa. - "Das gehört auch zu deiner interkulturellen Erfahrung", sagte er mit einem Lächeln.

Eingestellt von lilatina 19.09.2008 5:17 PM Archiviert in Argentinien Kommentare (0)

La Vela Puerca, La Cumbrecita y La Villa General Belgrano

Deutsches Wochenende in Argentinien

sunny 18 °C

Seit mehreren Wochen bin ich nicht dazu gekommen, zu schreiben (liest meine Artikel überhaupt auch irgendwer?), doch das bedeutet nicht, dass ich nichts erlebt hätte... Vor zwei Wochen war ich beispielsweise endlich mal in la capital federal. Der Artikel zu Buenos Aires folgt hier irgendwann ganz bestimmt...
Jetzt aber erstmal zum letzten Wochenende, für das ich mir eigentlich nichts vorgenommen hatte. Aber es kommt ja 1. immer anders und 2. als man denkt ;-)
Am Donnerstag Abend beim Sport fragte mich Verena, eine neue deutsche Praktikantin bei COINED, ob ich nicht Lust hätte, am Freitag mit ihr und einigen Freunden, zum Vela Puerca Konzert zu gehen. Da überlegt man dann ja nicht lang, wenn Die schon mal in Córdoba auftreten und die entradas auch nur 35 Pesos kosten. Mit dabei waren auch Manu und Vico dabei, zwei Argentinier, die im letzten Jahr in Deutschland zur Schule gegangen sind. Das beste war, dass Manu in Oberhausen gewohnt hat und sich richtig schön die Sprache des Potts angeeignet hat, weisse! Endlich ma einer, der vom Ruhrgebiet begeistert ist! Aber sowat von! Zwei Stunden nach eigentlichem Beginn betraten La Vela dann die Bühne und ab gings. Man musste einfach im Rhythmus mithüpfen, sonst hatte mein keine Chance. Nicht dass ich schon auf so vielen Konzerten war, aber bei solchen Veranstaltungen merkt man echt einen Unterschied zwischen Deutschland und Südamerika.
Sehr deutsch ging es dann am Samstag weiter. Ich hatte mich mit Christian aus Kölle, den ich in der Woche vorher bei Empanada-Enzo kennengelernt hatte, zu einem Trip in die Provinz verabredet: Zuerst gings nach La Cumbrecita, ein kleines Dorf in den Bergen, in dem sich viele Deutsche, Österreicher und Schweizer niedergelassen haben. Die Häuser und Namen der Restaurants und Hotels erinnerten mich sofort an Skiurlaub. Vor allem die Inneneinrichtung (Holzstühle mit Herz und weiß-rote Tischdecken), das Essen (Apfelstrudel und Schwarzwälder Kirschtorte) weckten Heimatgefühle.

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Für die Nacht hatten wir uns im Hotel La Cumbrecita eingemietet, wo wir auch zu Abend aßen: Die etwas verschrobene Kellnerin servierte uns Porree-Schinken-Röllchen, Suppe, Gulasch mit Spätzle und ein Schokoladen-postre. Und zum Frühstück gab es sogar Käse, Schinken und dunkles Brot. Schön gestärkt wanderten wir dann am Sonntag vorbei an der Pension Elsbeth und dem "Forellenteich" hinauf zu einem kleinen Wasserfall. Im Vergleich zu den cataratas de Iguazú war dieser zwar ein Reinfall (jeje), aber dafür gab es hier mehr condoritos als in der quebrada (in der wenige Tage nach unserem sonnigen Ausflug übrigens Schnee gefallen war).

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Am Sonntag Nachmittag ging es dann weiter nach Villa General Belgrano. Für die 36 Kilometer brauchte der Bus knapp 2 Stunden, da es auf der Strecke nicht wirklich eine Straße gibt und es immer wieder auf und ab geht. Villa General Belgrano, das Klein-Süddeutschland Argentinies, kam mir vor wie ein Freizeitpark. Überall Holzhäuser mit deutschen Namen, Touristenshops mit deutsch sprechenden Verkäufern und eine Bäckerei mit Kölner Spezialitäten. Bald findet dort auch die alljährliche fiesta de la cerveza (zu deutsch: Oktoberfest) statt.

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Mal wieder kehrten wir in einem "typisch" deutschen Restaurant ein, wo ich eine Knackwurst mit Sauerkraut bestellte. Vor unserer Rückfahrt hatten wir noch etwas Zeit für einen kleinen Stadtbummel. Zum Glück machte ich noch die panadería Rein ausfindig, die mir von anderen Deutschen in Córdoba empfohlen worden war. Von dem Graubrot und dem Vollkornbrot zehre ich heute noch ;-)

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Eingestellt von lilatina 19.09.2008 4:10 PM Archiviert in Tourist Sites | Argentinien Kommentare (0)

Quemada en la quebrada

El condor pasa

sunny 28 °C

Auf dem Rücken Pataluscos in La Cumbre hatte ich mich wohl zu früh gefreut! Die Sierras können nämlich nicht überall so bequem erkundet werden. Bis zum Eingang des Nationalparks quebrada del condorito gelangten wir zwar noch mit dem Auto, doch von da an musste gelaufen werden. Diesmal war ich mit meiner Mitbewohnerin und einigen argentinischen Arbeitskolleginnen unterwegs, die sich als absolute Wanderprofis entpuppten. Dem für Argentinier eigentlich untypischen Tempo konnten wir beiden wenig wandererprobten Deutschen nicht Stand halten und fielen schnell zurück. Der "Weg" führte uns durch unberührte Natur, über Hügel und durch Täler und hatte im wahrsten Sinne einen atemberaubenden Ausblick zu bieten.

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Wieder mal vom blauen Team...

Unsere Wanderung begann so ziemlich genau am Mittag, an einem wirklich heißen Sonntag. Ziemlich unvorbereitet waren wir der Sonne ausgesetzt und mussten erstmal 2,5 Stunden laufen bis wir zum balcón gelangten. Von dieser naturgeformten Aussichtsplattform aus hat man einen einmaligen Blick auf die quebrada. Diese Schlucht, die aus fast vertikalen Felswänden gebildet wird, ist die Heimat der Kondore. Nach einer Verschnaufspause mit Sandwichs konnten wir schließlich auch ein paar kreisende Kondore in der Ferne beobachten.

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El Condor pasa (aber mit der Kamera ziemlich schwer zu erwischen)

Ziemlich bald machten wir uns dann schon wieder auf den Rückweg, noch einmal zweieinhalb Stunden die gleiche Strecke zurück! Cathi und ich (wir waren mal wieder viel langsamer als die anderen) bekamen schnell die Auswirkungen der Sonne auf unserer weißen Haut zu spüren. Nach dem letzten Schluck Wasser und einem Apfel, den wir noch übrig hatten, erschien uns der Weg noch länger als vorher. Wir malten uns schon aus, wie wir - völlig erschöpft - eine leichte Beute für die dort lebenden Pumas wären...
Dem Durst und der Sonne ausgesetzt hatten wir eine Fatamorgana und sahen einen See in der völlig trockenen Landschaft. Doch plötzlich spiegelte sich die Sonne wirklich in einem kleinen Fluss: Agua agua!!! Ohne lange zu überlegen füllten wir unsere leeren Plastikflaschen mit dem kristallklaren Wasser. Was für eine Wohltat! Die letzten Kilometer fielen dadurch leider nicht viel leichter: Es ging nämlich alles bergauf.

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Wieder am Parkplatz angekommen (die anderen hatten schon 40 Minuten auf uns gewartet) stellten wir fest, dass wir ziemlich verbrannt (quemadas) waren. Am nächsten Tag im Büro war das dann auch Gesprächthema Nummer eins, da man fast alle Teilnehmerinnen der Quebrada-Wanderung an ihrem roten Ausschnitt erkennen konnte.

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Eingestellt von lilatina 01.09.2008 6:53 PM Archiviert in Ecotourism | Argentinien Kommentare (0)

Cabalgata en La Cumbre

Reiten statt Gleiten - Ein Ausflug in die Sierras

sunny 22 °C

Zu viel Wind erwartete Arnika und mich in den Sierras, als wir am Samstag Morgen nach ca. 2 Stunden Busfahrt in La Cumbre ankamen. Unser Traum vom Fliegen erfüllte sich leider nicht, da die Profi-Paraglider, mit denen wir eigentlich einen Tandemsprung vorgehabt hatten, selbst am Boden blieben. Da parapente nun hinfällig war, mussten wir uns ein alternatives Fortbewegungsmittel suchen, um die Gegend erkunden zu können. Im Gegensatz zu den Autos

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stellten Gaucho und Patalusco die idelaen Weggefährten dar.

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Bevor wir aber die Hufe schwangen, statteten wir noch dem über La Cumbre trohnenden Cristo einen Besuch auf seinem Berg ab und hielten eine kurze siesta.

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Wieder unten angekommen, machten wir uns schließlich gemeinsam mit unserem guía Daniel und den drei caballos auf den Weg in die Sierras...

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Dieser Weg war kein leichter, dieser Weg war steinig und schwer! Wie froh war ich unterwegs, dass wir die steilen Hügel nicht selbst zufuß erklimmen mussten (das erwartete uns ja dann genau einen Tag später: http://lilatina.travellerspoint.com/16/)
Trotz mancher Schwierigkeiten, den Halt im Sattel nicht zu verlieren, konnten wir die Landschaft und Aussicht richtig genießen! Doch nach 3 Stunden cabalgata über Stock und Stein waren dann auch nicht nur die Pferde platt. Während sich Gaucho und Patalusco schön zur Entspannung im Dreck wälzten, nutzen wir die Gelegenheit, um noch ein paar typisch argentinische Eindrücke festzuhalten:

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Eingestellt von lilatina 30.08.2008 7:42 PM Archiviert in Animal | Argentinien Kommentare (0)

Cita a ciegas

Blind Date im Café Berlin

Independencia Einntausendirgendwas, Nueva Córdoba: Enzo hatte seine Wohnung für das erste Treffen der austauschinteressierten Mitglieder von "Córdoba-corazon de mi país" vorgeschlagen. Was einst als Slogan für Wahlwerbung in Córdoba funktionierte, ist heute der Name einer Gruppe im guten alten StudiVZ, wo ich mich mit Arnika, einer Deutschen und Enzo und Manu aus Argentiniern verabredet hatte - zu einer Art blind date. Enzo servierte uns Mate (mit Kaffee) und facturas, während er immer wieder zum CD-Player lief, um uns seine deutschen Lieblingsschlager vorzuspielen. Du bist so heiß wie ein Vulkan! Vor ein paar Jahren hat er in Schwaben ein FSJ gemacht und ist dabei wohl auf den Geschmack gekommen. Jetzt arbeitet er in Córdoba als Kellner in einer etwas edleren Restaurantkette, weil er als Lehrer - was er eigentlich gelernt und studiert hat - nur ungefähr ein Drittel verdient...
Später kam dann Manu, der vor einiger Zeit in Dresden studiert hatte. Obwohl die beiden ziemlich gut deutsch konnten, redeten wir die meiste Zeit auf Spanisch. Als Enzo schließlich zum Arbeiten musste, gingen wir noch zu dritt in die Bar Berlin, um das deutsch-argentinische Treffen perfekt zu machen. Bei einem kühlen Warsteiner diskutierten wir kulturelle Unterschiede (z.B. Grillen vers. asado) und ich erfuhr so einiges über die argentinische Geschichte und die Sichtweise der Argentinier auf die Welt. Schließlich kam noch ein argentinischer Freund von Arnika, der ebenfalls in Deutschland (Esslingen) gelebt hatte. Wie so oft kannten sich die anderen drei eigentlich schon über ein paar Ecken (Stammtisch Goetheinstitut). Als wir die Bar verließen, stellten wir zu unserer Begeisterung fest, dass man im Berlin sogar Haribo und Vollkornbrot käuflich erwerben kann. Außerdem wird sogar "deutsches" Frühstück angeboten, welches ich bestimmt noch mal irgendwann probieren werde...

Eingestellt von lilatina 30.08.2008 6:46 PM Archiviert in Living Abroad | Argentinien Kommentare (0)

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